05.03.2019 10:10

Autorin lebt babyfrei

„Ein Kind ist das Schlimmste für die Umwelt“

Weiblich, über 30 und ohne Kinder? Frauen, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben, sind oft kritischen Fragen ausgesetzt, warum sie sich für ein Leben ohne Nachwuchs entschieden haben. Die deutsche Autorin Verena Brunschweiger hat darauf viele Antworten. Die aktive Feministin lebt „kinderfrei“, auch der Umwelt zuliebe: Denn ein Baby verursache eine zusätzliche CO2-Belastung von 50 Tonnen pro Jahr.

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Wenn sich Frauen ab 30 Jahren bewusst gegen Kinder entschieden haben, sorgt das auch noch im 21. Jahrhundert oft für Entsetzen. Dies kennt auch die Buchautorin Verena Brunschweiger: Sie ist genervt, immer wieder nach den Gründen ihrer Entscheidung gefragt zu werden. Diese beantwortet sie nun ausführlich in ihrem neuen Buch „Kinderfrei statt kinderlos“.

„Die ganze Kultur ist darauf ausgerichtet, Kinder zu wollen“
Darin erklärt Brunschweiger, dass ihr kinderfreier Lebensstil auch eine Rebellion gegen soziale Erwartungen und eine feministische Entscheidung sei, die leider viele nicht nachvollziehen können. „Die ganze Kultur ist darauf ausgerichtet, Kinder zu wollen“, erklärt die Autorin in einem Interview mit dem „Kurier“. Der Status der Frau sei noch immer sehr eng mit der Rolle als Mütter verknüpft.

Ein Leben ohne Kinder sei aber auch eine ökologisch vernünftige Wahl. „Ein Kind ist das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann. Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind bedeutet eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr“, rechnet Brunschweiger vor.

Verena Brunschweiger

Die Autorin verwendet absichtlich den Begriff „kinderfrei“ statt „kinderlos“ - Letzteres würde sich auf Frauen beziehen, die nicht schwanger werden können, obwohl sie das wollen. Kinderfrei dagegen heißt für Brunschweiger, „eine profunde und reflektierte Entscheidung getroffen zu haben“. Sie ist damit Teil der immer größer werdenden, sogenannten Antinatalismus-Bewegung, die sich aus ethischen Gründen dafür ausspricht, keine Kinder zu bekommen.

Miriam Krammer
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