29.06.2019 19:00

Mobilitätsstrategie

Im Ötztal soll Verkehr um 30 Prozent sinken

Die fünf Talgemeinden, Ötztal Tourismus und die Bergbahnen des Tals erarbeiten derzeit gemeinsam eine Mobilitätsstrategie, um die Verkehrsbelastung im Ötztal zu reduzieren. Ziel ist ein nachhaltiges Mobilitätskonzept sowie eine deutliche Reduktion von Fahrten und Emissionen. Die Bürger werden eingebunden.

„Ötztal 2030“ heißt die Mobilitätsstrategie, die im Ötztal aus der Taufe gehoben wurde. Das langfristige Ziel: 30 % weniger Fahrten.

Der erste Schritt, die Analyse der Verkehrsströme, wurde im Frühjahr bereits gegangen. „Wir wollten vor allem wissen, welche Verkehrsströme an normalen Werktagen stattfinden“, erläutert Hansjörg Falkner, BM von Oetz und Planungsverbandsobmann. Dass das Wochenende von An- und Abreise der Urlauber geprägt ist, sei jedem klar.

20 verschiedene Zählstellen
An zwei Werktagen im März wurden an 20 verschiedenen Zählstellen im gesamten Tal Kameras positioniert und Lenkerbefragungen durchgeführt. Innerhalb von 24 Stunden wurden 52.450 Fahrten erfasst.

An Werktagen vor allem Einheimische
Das Ergebnis: 58% der erfassten Kennzeichen waren IM-Kennzeichen, also im Bezirk Imst angemeldet. Weitere 13% stammten aus dem restlichen Tirol. Fazit für das gesamte Ötztal: Knapp 50% des Verkehrsaufkommens an Werktagen werden von Einheimischen verursacht und kleinräumig motiviert, also mit einer bis zirka 35 km langen Fahrtstrecke. „Es zeigt sich also mit Ausnahme der Samstage, dass Gäste und Einheimische dafür verantwortlich zeichnen“, betont Mobilitäts-Beauftragter Andreas Knapp. Dies zu lösen bedürfe gemeinsamer Anstrengungen, kurz-, mittel- und langfristige Ziele sollen formuliert werden.

Bereits angedacht werden der Aufbau einer entsprechenden Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge, der Aufbau eines E-Bike und E-Carsharing-Angebotes aber auch stärkeres Engagement, um Gäste für eine autofreie Anreise zu gewinnen.

Konkrete Maßnahmen, die zum Erreichen der langfristigen Ziele führen, sollen ab Herbst in einem ergebnisoffenen Beteiligungsprozess entwickelt werden. Auch Unternehmen und Jugend sollen eingebunden werden.

Hubert Daum, Kronen Zeitung

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