18.03.2020 18:22

Gesundheitschecks

Ab Mitternacht auch Grenzkontrollen zu Deutschland

Ab Mitternacht führt Österreich auch an der Grenze zu Deutschland Corona-Grenzkontrollen - samt Gesundheitschecks - durch. Die Kontrollen sind vorerst bis 7. April geplant. Wie schon an den Grenzen zu Italien, Schweiz und Liechtenstein werden alle kleineren Grenzübergänge geschlossen, teilte eine Sprecherin von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) mit. 

„Die Durchführung von Grenzkontrollen zu Deutschland ist eine weitere von vielen Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Wir müssen in dieser Situation alles unternehmen, um die Ausbreitung einzudämmen und die Menschen in unserem Land zu schützen“, so Nehammer.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP)

Personen, die einreisen wollen, müssen ärztliches Zeugnis vorweisen
Personen, die nach Österreich einreisen wollen, müssen im Rahmen der Kontrolle ein ärztliches Zeugnis (molekularbiologischer Test - nicht älter als vier Tage) vorweisen. Abweichend davon können österreichische Staatsbürger sowie Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich einreisen, wenn sie unverzüglich eine 14-tägige Heimquarantäne antreten. Diese Auflage muss per Unterschrift bestätigt werden.

Stau in Salzburg

Die Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp ist erlaubt, sofern die Ausreise sichergestellt ist. Der Gütertransport sowie der Pendlerverkehr (einschließlich Gesundheitspersonal) sind gesichert. Für diese Ausnahmen werden ebenfalls Gesundheitschecks vorgenommen. Grenzkontrollen zu Italien, der Schweiz und Liechtenstein sind bereits seit Tagen in Kraft und umgesetzt.

Strategie der drastischen Maßnahmen fortgestezt
Österreich setzt mit den Grenzkontrollen zu Deutschland seine Strategie der drastischen Maßnahmen fort, um die Verbreitung des Virus SARS-CoV-2 einzudämmen. Aufgrund der Schließung zahlreicher Geschäfte und der klaren Aufforderung, nur für Einkäufe oder die Arbeit das Haus zu verlassen, ist das öffentliche Leben in Österreich derzeit stark eingeschränkt.

Rund 50 Kilometer langer Grenzstau in Nickelsdorf
Besonders angespannt war die Situation am Mittwoch an der Grenze zu Ungarn, wo zahlreiche Menschen aus Rumänien, Bulgarien, Serbien und der Ukraine auf die Einreise warteten. Am Grenzübergang Nickelsdorf bildete sich zeitweise ein Stau von über 50 Kilometern Länge. Gegen Mittag öffnete Ungarn die Grenze, damit die Bulgaren, Rumänen und Serben das Land durchqueren und in ihre Heimatländer reisen können. Deutschland kontrolliert seine Grenze zu Österreich schon seit Dienstag. Einreisen dürfen nur noch Personen mit „triftigem Reisegrund“, wie z.B. Berufspendler.

Stau am Grenzübergang Nickelsdorf

Schweiz weitet Einreisebeschränkung aus Österreich aus
Auch die Schweiz weitet ihre schon bestehenden Einreisebeschränkungen für Reisende aus Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien aus. Ab sofort gelten die Restriktionen auch für Flugreisende, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte. Ebenso beschränkt die Schweiz die Einreise aus Spanien sowie aus allen Nicht-Schengen-Staaten. Die Schweiz setzt zudem die Erteilung von Schengen-Visa oder nationalen Visa für drei Monate aus.

„Die Einreise aus diesen fünf Schengen-Staaten ist nur noch Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Personen, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssen oder sich in einer Situation absoluter Notwendigkeit befinden, erlaubt“, teilte die Regierung mit. Der Transit- und der Warenverkehr sei weiterhin zugelassen. „Personen aus Risikoländern, die sich auf eine der Ausnahmen berufen können, dürfen zudem nur noch an den Landesflughäfen in Zürich, Genf und Basel einreisen.“

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