Es ist ein FPÖ-Mann

Neuer Graz-Linien-Chef schon vor Ausschreibung fix

Der ÖBB-Manager Mark Perz wird neuer Chef der Graz Linien. Diese Postenbesetzung in der von einer schwarz-blauen Koalition regierten Landeshauptstadt wird sicher für Kritik sorgen. Nicht, weil er FPÖ-nahe ist und Burschenschafter, sondern weil der Job noch nicht einmal ausgeschrieben ist.

Barbara Muhr wechselt im Herbst von der Holding Graz, wo sie im Vorstand für die Graz Linien zuständig war, zur Grazer Messe. Bis zum Dienstantritt ihres Nachfolgers Anfang 2021 wird - die dafür nötigen Beschlüsse vorausgesetzt - Holding-Graz-Big-Boss Wolfgang Malik ihre Agenden übernehmen. Und dann? Viele dachten an Andreas Solymos - ein altgedienter GVB-Mann, der schon nach dem Rückzug von Anthony Scholz als aussichtsreicher Kandidat galt. Er wird es wieder nicht.

Es wird Mark Perz, derzeit Geschäftsführer bei den ÖBB-Produktion GmbH. Der Burschenschafter ist ein FPÖ-Mann, war früher beim Ring Freiheitlicher Studenten. Der Dreifachakademiker hat seine Karriere beim Forschungszentrum Seibersdorf (damals quasi eine FPÖ-Vorfeldorganisation) begonnen. Seinen jetzigen Posten trat er Ende 2018 an, wieder unter Schwarz-Blau. Er soll ein Protegé des damaligen ÖBB-Aufsichtratschefs (und jetzigen ÖBB-Finanzvorstands) Arnold Schiefer gewesen sein. Schiefer, nicht gänzlich unumstrittener Vertrauter von Ex-Minister Norbert Hofer (FPÖ), soll Perz recht brachial gegen den Willen des ÖBB-Vorstandsvorsitzenden Andreas Matthä, der einen anderen Kandidaten bevorzugt hatte, durchgeboxt haben. Für alle Beteiligten gilt die (politische) Unschuldsvermutung.

Dass es in Graz eine schwarz-blaue Stadtregierung gibt, hat bestimmt auch diesmal nicht geschadet. Dass fix ist, dass er den Posten bekommt, bevor dieser überhaupt ausgeschrieben ist, könnte allerdings noch zum Problem werden.

Ernst Grabenwarter