07.02.2021 10:00

Studie zeigt auf

Jeder Zweite lässt sich impfen

Ein vorsichtiges Ja zum Impfen, ein klares Nein zu den Corona-Maßnahmen: Psychologen der Uni Salzburg befragten österreichweit 3600 Personen zur aktuellen Wahrnehmung der Corona-Pandemie. Während sich knapp jeder Zweite impfen ließe, kritisieren 80 Prozent der Befragten die geltenden Maßnahmen.

Impfen, Covid-Regeln, Lockdown und Rückkehr zur Normalität: Studienautor und Psychologe Manuel Schabus befragte mit seinem Team drei Wochen lang 3600 Österreicher zur Pandemie – und zeichnet so ein repräsentatives Stimmungsbild. Mehr als drei Viertel der Befragten äußerten sich skeptisch gegenüber den derzeitigen Maßnahmen. „Ein Großteil der Gespräche passiert zwar im privaten Bereich, aber fast jeder Dritte der Studienteilnehmer engagiert sich regelmäßig öffentlich auf Foren oder Demos“, schildert der Experte. Auch die Rückkehr der Normalität war Thema. 1500 Befragte zeigten sich bei dieser Frage pessimistisch und rechnen mit einem normalen Alltag erst im Jahr 2022. Psychologe Schabus sieht das Ergebnis als „Ausdruck einer gewissen Perspektivenlosigkeit“.

Hohe Zustimmung zur Impfung bei Älteren
Beim Impfen – für viele bereits Reizthema – warten rund 30 Prozent noch ab. Etwas mehr als ein Viertel schließt den Nadelstich überhaupt aus. Knapp jeder Zweite würde sich das Serum spritzen lassen. Besonders bei den Altersgruppen 60 und 70-plus ist die Bereitschaft hoch. Aber: „Es fielen weniger als 100 Teilnehmer in diese Kategorie, das Ergebnis muss man differenziert betrachten.“

Stephanie Angerer